
Das ist der dritte Teil der Comicserie, in der Jasmin Polsini und Valentin Weilenmann alias Mynt über die Höhen und Tiefen ihrer zweijährigen Wohnungssuche erzählen. Teil 1 und Teil 2 können hier nachgelesen werden.





Es war nicht nur die Badezimmertür, die in dieser Wohnung nicht rollstuhlgängig war. Da gab es noch einiges mehr, das man hätte ändern müssen: Der Lift war alt und die Zimmer zu klein, als dass es für Möbel und Rollstuhl gleichzeitig genügend Platz gehabt hätte.
Doch bei der Konkurrenz um solche Wohnungen ist es fast aussichtslos, eine zu erhalten, wenn Umbauten nötig sind, um sie für alle bewohnbar zu machen. In diesen Fällen winken die Vermieter:innen oft ab – zumindest nach unseren Erfahrungen. Sie bevorzugen die Mieter:innen, die ohne grossen Aufwand und sofort einziehen können.
Diese Geschichte handelt aber in erster Linie von dem alten Mann, der uns am Schluss der Besichtigung so tief berührte. Sein Beispiel macht deutlich: Fehlende Barrierefreiheit ist nicht nur ein Thema für Menschen mit Behinderungen, sondern auch für ältere Menschen. Auch Senior:innen sind auf eine inklusive Gesellschaft und barrierefreie Infrastrukturen angewiesen.
Unsere Gesellschaft unterliegt einem rasanten demografischen Wandel. Bereits im Jahr 2030 werden laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) 22 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Zusammen mit den 21 Prozent der Menschen mit Behinderung, die heute in der Schweiz leben, wird klar: Der Anteil der Personen, die auf Barrierefreiheit angewiesen ist, wächst stetig.
Wieso also ignorieren wir die Rechte dieser Menschen und drängen sie an den Rand unserer Gesellschaft? Letztendlich betreffen diese Bedürfnisse alle – wir alle werden alt.
Comicserie Wohnungssuche mit Behinderung
Der angespannte Wohnungsmarkt setzt viele unter Druck, für Menschen mit Behinderungen ist er kaum zumutbar. In der Comicserie Wohnungssuche mit Behinderung erzählen Jasmin Polsini und Valentin Weilenmann alias Mynt von den Schwierigkeiten und Absurditäten, die sie bereits seit zwei Jahren erleben: Inserate, die Barrierefreiheit vortäuschen, Vermieter:innen, die vor Umbauten zurückschrecken, oder Planer:innen, die Menschen mit Behinderungen schlicht nicht mitdenken. Ihre Erfahrungen zeigen gravierende strukturelle Probleme, Diskriminierung und Ignoranz auf dem Wohnungsmarkt, aber auch Momente echter Solidarität.


