Als Titel steht: «Wohnungssuche mit Behinderung» mit dem Untertitel: «Nr. 8 - Wenn bekannt bei der Wohnungssuche helfen». Dazwischen ist eine Karte mit einem Comic. Links sitzt eine Frau mit roten Haaren im Rollstuhl mit einem Glace in der Hand. Auch sie ist im Stil des Comics gezeichnet.

Das ist der achte Teil der Comicserie, in der Jasmin Polsini und Valentin Weilenmann alias Mynt über die Höhen und Tiefen ihrer zweijährigen Wohnungssuche erzählen. Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7 können hier nachgelesen werden.

1.	Comiczeichnung von Valentin und Jasmin. Valentin kommt ins Zimmer hinein, sein Telefon in der rechten Hand. Aufgeregt sagt er zu Jasmin: «Cool, wir haben einen heissen Wohnungstipp von Urs bekommen!!» Jasmin hockt im Bett und hat den Laptop auf dem Schoss und das Telefon in der Hand. Sie antwortet: «Ah…cool! Ich hatte geglaubt, unser Aufruf hätte nichts gebracht!» 2.	Mit einem breiten Grinsen im Gesicht sieht Valentin in sein Handy und liest vor: «Er kennt den Vermieter. Der Preis ist um die 1900.-, 4 Zimmer, noch nicht inseriert. Sie wollen ein gutes Wort für uns einlegen. Toll!!»
3.	Jasmins Gesicht ist schmerzverzerrt. Sie antwortet: «Phuu, dann sollten wir bald eine Besichtigung ausmachen. Ich hoffe, ich kann dann mit. Diese Hüftschmerzen machen mich seit Wochen voll fertig… ah man!  4.	Valentin lehnt an den Türrahmen, bereit, um loszugehen und sagt: «Du, wir nehmen es wie’s kommt. Ich ruf da mal an.»
5.	Grüne Landschaft mit einem Feldweg und einem Velo. In grosser schwarzer Schrift steht: «Einige Tage später.» 6.	Valentin und Jasmin sind auf dem Feldweg. Jasmin nutzt einen Rollstuhl. Ein Velofahrer kommt entgegen. Valentin ruft: «Hey Urs.» Urs grüsst mit «Hoi!» zurück. Die beiden winken sich zu.
7.	Valentin und Urs begrüssen sich, indem sie die Hände schütteln. Währenddessen sagt Jasmin: «Merci fürs Vermitteln der Wohnung gell.» Urs antwortet: «Ja klar, wir haben sofort an euch gedacht als unser…» 8.	Nahansicht von Urs. Er trägt eine Latzhose, wie sie Arbeiter oft tragen, ein blaues T-Shirt und eine kleine runde Brille auf der Nase. Er redet weiter: «Als unser Nachbar damit ankam. Momentan wohnt eben noch sein Sohn in der Wohnung. Der Zieht aber in deren Haus, gleich da oben. Ja, und? Wie sieht’s aus?»
9.	Nahansicht von Valentin. Er runzelt die Stirn: «Ja, die Besichtigung ist am Montag. Nur der Preis ist etwas an der Grenze. Vielleicht lässt sich ja noch handeln.» 10.	Nahansicht von Urs. Er runzelt jetzt auch die Stirn und sagt, dass er verwundert sei. «Mir hatte er mal 1900.- gesagt. Der hat ja noch die andere Wohnung, das Haus und ein Ferienhaus im Tessin. Glaub ich. Klar…» Mit der rechten Hand zählt er die Immobilien auf drei ab.
11.	Ansicht der dreien aus der Ferne auf dem Feldweg. Urs spricht: «Verhandeln kann man immer. Am Ende entscheidet eh seine Frau. Neben der Sprechblase steht in grossen Buchstaben: «Hahaha!» Jasmin antwortet: «Uns sagte er 2000.- plus Nebenkosten. Das können wir uns dann nicht mehr leisten.» 12.	Die blasse Zeichnung eines Wohngebäudes impliziert eine Situation unter strahlendem Sonnenlicht. In grosser schwarzer Schrift steht: «Besichtigung.»
13.	Ansicht auf Hinterköpfe von Jasmin und Valentin. Sie sind im Flur. Der Vermieter steht im Türrahmen. Er hat einen Schnauz, trägt ein Hemd, eine eckige Brille und hat die Daumen in der Gürtelschlaufe eingehängt. Dahinter sind die Umrisse der Frau und dem Sohn. Valentin grüsst mit «Grüezi.» Der Vermieter fragt: «So, geht der Lift?» Jasmin bestätigt, dass er ging. 14.	Nahansicht der Familie. Alle tragen eine eckige Brille. Der Sohn lächelt verlegen. Die Frau sieht streng aus. Der Sohn und der Vermieter sagen: «Kommen Sie bitte!» Der Vermieter macht mit der linken Hand eine einladende Geste.
15.	Jasmin fährt mit ihrem Rollstuhl in die Wohnung. Der Vermieter merkt an: «Sie machen das aber profimässig.» Jasmin antwortet verdattert zurück: «Ich bin ja auch Profi!» Jasmins Kopf ist im Comic doppelt dargestellt. Das vom ständigen Hin- und Herschauen. Beim linken Kopf hat sie die Augen weit aufgerissen und die Zunge im Mundwinkel. Das kommt vom hektischen Herumdrehen in der Tür. Beim rechten Kopf ist der Mund im Schreck aufgerissen und die Pupillen sind gross. Valentins Augen sind als Reaktion auf den Spruch des Vermieters gross geworden und rot angelaufen. 16.	Jasmin und Valentin schütteln die Hände und begrüssen die drei Menschen. Der Vermieter fährt fort: «Wir haben extra noch nicht ausgeschrieben für Sie!» Jasmin lacht und sagt: «Sicher? So nett.»
17.	Nahansicht vom Sohn. Sein Gesicht ist gerötet. «Wir führen Sie am besten gleich herum.» Mit der rechten Hand zeigt er zur Wohnung. 18.	Ansicht eines leeren Zimmers, indem Jasmin und Valentin sind. Der Sohn steht im Türrahmen. Unter den Füssen von ihm und Valentin steht: «Klack». Der Weg von Jasmins elektrischem Rollstuhl ist mit einer Schlangenlinie gekennzeichnet mit den Buchstaben: «Sssuumm.» Valentin merkt an, dass es ein schöner Boden ist und fragt, ob es Parkett ist. Der Sohn sagt, dass es sich um das Schlafzimmer handelt und es Laminat sei.
19.	Nahansicht auf den Rollstuhl und die Füsse. Wenn Valentin läuft, dann macht es «Klack! Klack! Klack», Wenn Jasmin fährt, dann «ssssumm». 20.	Zeichnung einer schlafenden Katze. In schwarzer Schrift: «Nach der Besichtigung»
21.	Ansicht von oben: Alle Beteiligten sitzen am Tisch. Der Vermieter fragt, ob sie die Wohnung wollen. Valentin sagt, es ist ihm etwas unangenehm, aber.» 22.	Nahansicht von Valentin, seine Wangen sind rot angelaufen. Er spricht weiter: «Naja, ursprünglich war mal von 1900.- die Rede. In ihrem Dossier steht jetzt aber 2200.- Ist da noch Spielraum?»
23.	Nahansicht aller Augen und eckigen Brillen der Familie. Sie sehen erschrocken, verdutzt und wütend aus. Die Mutter hat die Augenbrauen zusammengezogen. Die Augen sind rot angelaufen.

Bei einer langen Wohnungssuche wie der unseren ist es wichtig, sein direktes Umfeld für die Schwierigkeiten dabei zu sensibilisieren. Sich nur auf Plattformen und offizielle Ausschreibungen zu verlassen, reicht schlicht nicht aus.

Dabei hilft es, genaue Angaben zu Preisvorstellungen, Grösse und Barrierefreiheit zu machen. Denn genau da beginnt oft schon das Problem: Auch nahe Verwandte und Freund:innen sind nicht immer im Bild über die benötigte Barrierefreiheit einer behinderten Person. Deshalb ist sehr wichtig, die Art der Barrierefreiheit ganz klar zu erklären. Zum Beispiel: nicht einfach von Parterre sprechen. Viele Leute unterscheiden nicht zwischen einem einfachen Parterre und einem Hochparterre. Barriere­technisch macht dies aber einen grossen Unterschied: Ein ebenerdiges Parterre kann ohne Stufen zugänglich sein. Ein Hochparterre weist oftmals eine kleine Treppe vom Eingang bis zur Eingangstüre auf.

Es kostet enorm viel Zeit und Kraft, Wohnungstipps auf Barrierefreiheit zu prüfen. Darum ist es wertvoll, wenn Helfer:innen gut zuhören und nur Vorschläge machen, wenn das Objekt wirklich den Suchkriterien entspricht.

Ebenso sollte man seinen Bekannten regelmässig den Stand der Suche mitteilen. Die meisten suchen in der Regel nicht jahrelang nach einer Wohnung und gehen deshalb davon aus, dass – wenn sie nichts mehr hören – längst eine gefunden wurde.

Ein Treffer ist nie garantiert, aber bislang hatten wir die vielversprechendsten Besichtigungen dank Tipps aus dem Umfeld. Wie bei der Wohnung, die Urs (Name geändert) uns vermittelt hatte.

Die Wohnung lag im selben Quartier, in dem wir aktuell noch wohnen, also ideal. Mit Nachbaren, die wir bereits kennen, super. Zu Beginn passte auch der Preis zu unserem Budget. Und ein Lift war vorhanden – klang schon mal gut. Was sollte da noch schiefgehen?

Aber natürlich kann immer alles passieren, und eine vermeintlich tolle Chance kann sich ganz plötzlich ins pure Gegenteil verkehren. Wie ihr im zweiten Teil unserer Geschichte erfahren werdet.